2025 – Vom Ich zum Wir
Wir drei – bereit für 2026
Dieses Foto ist, seien wir ehrlich, ziemlich unoriginell. Drei Personen stehen vor einem Gebäude und lächeln in die Kamera. Kein dramatischer Sonnenuntergang, keine coole Perspektive, keine künstlerische Inszenierung. Nur wir drei: Nike, Niklas und ich, vor unserem neuen Büro in Geseke.
Aber genau deshalb mag ich es. Weil es zeigt, was 2025 für mich – und mittlerweile für uns – war: echt, unaufgeregt und ziemlich intensiv.
Von allein zu dritt
Anfang des Jahres war ich noch allein. Mein Ingenieurbüro, meine Projekte, meine Entscheidungen. Im Juli habe ich dann die Alte Liebe offiziell gegründet und ins Handelsregister eintragen lassen. Am 1. Oktober stellte ich den Betrieb meines alten Ingenieurbüros ein – die Alte Liebe nahm ihren operativen Betrieb auf. Klingt nach klaren Schnitten, fühlte sich aber eher an wie ein einziger, großer Übergang.
Parallel dazu begann ich meine Ausbildung zum Business Coach. Nicht weil ich meine technische Expertise erweitern wollte, sondern weil ich gemerkt hatte: Die beste Planung nützt nichts, wenn Menschen sich mit der Entscheidung nicht wohlfühlen. Coaching war der fehlende Teil – und er hat meine Arbeit verändert.
Dann, Anfang November, kamen Nike und Niklas dazu. Plötzlich waren wir zu dritt. Plötzlich war es nicht mehr nur mein Projekt, sondern unseres. Das war neu, ungewohnt – und richtig.
Die Lektion, die ich selbst lernen musste
In diesem Jahr sind viele Projekte, die ich konzipiert und geplant hatte, in die Bauphase gegangen. Einige wurden sogar abgeschlossen. Ich habe Familien beim Hauskauf begleitet, Sanierungsstrategien entwickelt, in Workshops über Vollsanierungen von Siedlungshäusern gesprochen – weil die volkswirtschaftlich, wirtschaftlich und individuell oft die sinnvollste Lösung sind.
Und dann habe ich mein eigenes Büro geplant. Zusammen mit einer Tischlerei und deren Architektinnen. Wandfarben ausgewählt, Grundrisse diskutiert, Möbel verglichen. Tausend Entscheidungen, die alle gleichzeitig getroffen werden wollten.
Und ich habe gemerkt: Das fordert. Enorm.
Hier ist die Inkongruenz, die ich transparent machen will: Ich berate Menschen täglich darin, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen. Ich befähige sie, ihre Sanierung zu gestalten. Und dann stehe ich selbst da und merke, wie überfordernd es sein kann, wenn alles auf einmal kommt. Die Architektinnen waren eine riesige Hilfe – sie haben Entscheidungen erleichtert, Optionen strukturiert, mich entlastet. Genau das, was ich für meine Kunden auch mache.
Diese Erfahrung hat mich demütiger gemacht. Und klarer: Der Coaching-Ansatz, den ich mittlerweile in jeder Beratung anwende, funktioniert. Nicht weil ich es theoretisch gelernt habe, sondern weil ich es selbst erlebt habe. Wenn Menschen befähigt werden, ihre eigene beste Entscheidung zu treffen, entsteht etwas anderes als bei klassischer Beratung. Es entsteht Zufriedenheit. Und Dankbarkeit. Beides erlebe ich in diesem Jahr mehr denn je von unseren Kunden.
Was bleibt
2025 war das Jahr, in dem ich gelernt habe, was Alte Liebe wirklich bedeutet. Nicht nur als Name, sondern als Haltung. Sich auf junge Familien und Hauskäufer zu fokussieren, weil hier der individuelle Bedarf am höchsten ist. Vollsanierungen als langfristig klügste Strategie zu verstehen. Und den Sanierungssprint als neue Arbeitsweise zu entwickeln – als Generalplaner, der den gesamten Prozess begleitet.
Am 1. Januar 2026 ziehen wir ins neue Büro. Ein Altbau, natürlich. Mit Holz, Lehm, warmem Licht. Ein Ort, an dem Befähigung nicht nur gesprochen, sondern erlebbar wird.
Ich bin dankbar für dieses Jahr. Für die Projekte, die Begegnungen, die Learnings. Für Nike und Niklas, die jetzt Teil dieses Weges sind. Und für alle, die uns vertraut haben – mit ihren Häusern, ihren Fragen, ihren Unsicherheiten.
Auf ein 2026, in dem wir das, was wir gelernt haben, noch besser leben können.
Axel